Schleusenwelt Brunsbüttel

mal geht esaufwärtsabwärtsgeradeausfür die Schiffe

Zwei Wasserstände, ein Ausgleich

Die Elbe unterliegt den Gezeiten. Der Nord-Ostsee-Kanal wird auf gleichbleibendem Niveau gehalten. Dazwischen liegt die Schleuse — und ein Höhenunterschied, der sich mit jeder Tide umkehrt.

Der Kanal hält sein Niveau, die Elbe nicht

Aufgabe der Schleusen in Brunsbüttel ist, den unterschiedlichen Wasserstand zwischen Elbe und Kanal auszugleichen. Der Wasserspiegel der Elbe liegt tideabhängig mal über und mal unter dem des Kanals. Der Kanal selbst ist staugeregelt und liegt annähernd auf Meeresniveau — er hält sein Niveau, während die Elbe steigt und fällt.

Für die Schiffe heißt das: Wer von der Elbe kommt, wird je nach Tide gehoben oder gesenkt. Bei Flut steht die Elbe höher, das Schiff wird hinabgeschleust. Bei Ebbe liegt sie tiefer, das Schiff wird hinaufgeschleust. Wie herum es geht, entscheidet der Zeitpunkt, nicht die Strecke.

Geschleust wird Tag und Nacht, im 24-Stunden-Betrieb. Ein Schleusungsvorgang dauert bis zu 45 Minuten — abhängig davon, wie groß der Höhenunterschied gerade ist.

Kleine Schleuse — Nutzlänge 125 m

Große Schleuse — Nutzlänge 310 m

Neue Kammer — Nutzlänge 330 m

Der Ring zeigt die Nutzlänge im Verhältnis zur längsten Kammer von 330 Metern. Die Kleine Schleuse nimmt Schiffe bis 125 Meter Länge auf, die Große bis 310 Meter, die neue Kammer bis 330 Meter.

Im Weltmaßstab gemessen

Die neue Brunsbütteler Kammer wird 330 Meter lang und 42 Meter breit. Zum Vergleich: Die Neopanamax-Schleusen des Panamakanals messen 427 Meter Länge und 55 Meter Breite, eröffnet 2016. Die Seeschleuse von IJmuiden am Nordseekanal kommt auf 500 Meter Länge und 70 Meter Breite und ist damit die größte Seeschleuse der Welt — seit dem 26. Januar 2022 in Betrieb.

  • Brunsbüttel

    Neue Kammer, im Bau

    330m Nutzlänge

    Nutzbreite 42 m
    Drempeltiefe −14 m NHN

  • Panamakanal

    Neopanamax-Schleusen

    427m Kammerlänge

    Kammerbreite 55 m
    Inbetriebnahme 2016

  • IJmuiden

    Seeschleuse am Nordseekanal

    500m Länge

    Breite 70 m
    Inbetriebnahme 2022

Die Brunsbütteler Anlage ist damit nicht die größte Schleuse der Welt — aber Teil der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße.

Ablauf einer Schleusung in Brunsbüttel Das Schiff wartet vor dem Tor, das Einfahrtstor senkt sich, das Schiff faehrt ein, das Wasser sinkt mit dem Schiff, das Ausfahrtstor senkt sich, das Schiff faehrt aus. Elbe Nord-Ostsee-Kanal Schleusenkammer

Das Schiff kommt von der Elbe, fährt in die Kammer, das Tor schließt hinter ihm, das Wasser senkt sich auf das Niveau des Kanals – und mit ihm das Schiff –, dann fährt es auf der anderen Seite hinaus. Ob gehoben oder gesenkt wird, hängt von der Tide ab: Bei Flut steht die Elbe höher als der Kanal, bei Ebbe tiefer.

Die Darstellung ist schematisch. Sie zeigt die Wasserstände nicht maßstäblich, sondern so, dass der Unterschied sichtbar wird. Ein Schleusungsvorgang dauert bis zu 45 Minuten.

Fünf Kammern auf einen Blick

Klicken Sie auf eine Kammer im Plan — ihre Angaben erscheinen unterhalb der Darstellung.

  • Kammer in Betrieb
  • Neue Kammer, im Bau
  • Wasser
  • Bauwerk und Land
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Kammer 4 · Große Schleuse Nord Baujahr 1914

Baujahr1914
Nutzlänge310 m
Nutzbreite42 m
Drempeltiefe−14 m NHN

Durch die Kammern der Großen Schleuse können auch Schiffe mit mehr als 125 Metern Länge fahren. Sie sind damit die wirtschaftlich wichtigere Anlage.

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Kammer 3 · Große Schleuse Süd Baujahr 1914

Baujahr1914
Nutzlänge310 m
Nutzbreite42 m
Drempeltiefe−14 m NHN

Durch die Kammern der Großen Schleuse können auch Schiffe mit mehr als 125 Metern Länge fahren. Sie sind damit die wirtschaftlich wichtigere Anlage.

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Kammer 5 · Neue Schleuse im Bau

Baujahrim Bau
Nutzlänge330 m
Nutzbreite42 m
Drempeltiefe−14 m NHN

Die fünfte Kammer entsteht auf der Schleuseninsel zwischen der Großen und der Kleinen Schleuse. Sie wird 330 Meter lang — rund 20 Meter länger als die Kammern der Großen Schleuse, und genauso breit.

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Kammer 2 · Kleine Schleuse Nord Baujahr 1895

Baujahr1895
Nutzlänge125 m
Nutzbreite22 m
Drempeltiefe−10,20 m NHN

Die Kleine Schleuse stammt aus dem Jahr 1895 und ist die ältere der beiden Anlagen. Sie nimmt Schiffe bis 125 Meter Länge auf.

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Kammer 1 · Kleine Schleuse Süd Baujahr 1895

Baujahr1895
Nutzlänge125 m
Nutzbreite22 m
Drempeltiefe−10,20 m NHN

Die Kleine Schleuse stammt aus dem Jahr 1895 und ist die ältere der beiden Anlagen. Sie nimmt Schiffe bis 125 Meter Länge auf.

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Kammerbezeichnungen nach der Schleusenverfügbarkeitsanzeige des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Nord-Ostsee-Kanal.

Drei Schleusen im direkten Vergleich

Die Anlage in Brunsbüttel besteht aus drei Schleusen, die zu verschiedenen Zeiten gebaut wurden. Die Tabelle stellt ihre Maße gegenüber.

Maße nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Nord-Ostsee-Kanal
Kammer Bauzeit Nutzlänge Nutzbreite Drempeltiefe
Kleine Schleuse2 Kammern 1887–1895 125 m 22 m −10,20 m NHN
Große Schleuse2 Kammern 1907–1914 310 m 42 m −14 m NHN
Neue Schleuseim Bau, seit 2014 seit 2014 330 m 42 m −14 m NHN

Die Neue Schleuse wird rund 20 Meter länger als die Kammern der Großen Schleuse und genauso breit. Ihre Bauzeit ist noch nicht abgeschlossen, deshalb steht dort kein Zeitraum mit Endjahr.

Am anderen Kanalende, in Kiel-Holtenau, stehen dieselben Kammergrößen: eine Kleine Schleuse mit zwei Kammern von 125 mal 22 Metern und eine Große Schleuse mit zwei Kammern von 310 mal 42 Metern. Die fünfte Kammer entsteht allein in Brunsbüttel.

Von der Kleinen Schleuse zur fünften Kammer

Vier Bauphasen prägen die Anlage in Brunsbüttel. Die erste Schleuse entstand mit dem Kanal, die zweite folgte dem wachsenden Schiffsverkehr, die dritte umfasst die beiden Kammern der Großen Schleuse, die vierte wird seit 2014 gebaut.

  • 1887 Kleine Schleuse Mit dem Kanal entsteht die erste Schleusenanlage. Inbetriebnahme 1895.
  • 1907 Große Schleuse Erweiterung für größere Schiffe. Fertigstellung 1914.
  • 2014 Fünfte Kammer, Baubeginn Bauaufträge für die neue Kammer und drei Schiebetore werden erteilt.
  • 2026 Rohbau abgeschlossen Mit dem zweiten Schiebetor ist die Kammer baulich fertiggestellt. Es folgen die Funktions- und Sicherheitstests.

Die Marken bezeichnen den jeweiligen Baubeginn, die Jahreszahlen darunter den Stand des Bauwerks. Die Achse ist schematisch — die Abstände bilden keine Maßstäbe.

Was die fünfte Kammer kostet

Für die fünfte Kammer wurden 2007 zunächst 273 Millionen Euro veranschlagt. Diese Schätzung ließ sich nicht halten: Aufwändige Kampfmittelbeseitigung sowie Gründungs- und Verankerungsarbeiten fielen deutlich umfangreicher aus als geplant und verlängerten die Bauzeit.

StandBetrag
Erste Schätzung, 2007273 Millionen Euro
Gesamtinvestition, Stand 20251,2 Milliarden Euro
Mit den Mehrkosten von 2026rund 1,3 Milliarden Euro

Quellen: Wasserstraßen-Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal, Pressemitteilung vom 18. Dezember 2025 und Zahlen und Fakten zum Bau der 5. Schleusenkammer; Norddeutscher Rundfunk, Bericht vom September 2026.

Der meistbefahrene Kanal seiner Art

Der Nord-Ostsee-Kanal ist die meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt. Die Zahlen beziehen sich auf den gesamten Kanal, nicht auf die Schleusenanlage in Brunsbüttel.

22.262 Schiffe im Jahr 2025 10,5 Prozent weniger als 2024 Erfasst sind Fahrten auf der gesamten Kanallänge zwischen Brunsbüttel und Kiel-Holtenau.
10.685 geschleuste Sportboote Sie kommen zur gewerblichen Schifffahrt hinzu und werden nicht mitgezählt.
69,4 Millionen Tonnen Ladung So viel Fracht wurde 2025 auf dem Kanal befördert.

Schiffe pro Jahr im Vergleich

Nord-Ostsee-Kanal 22.262
Sueskanal rund 20.000
Panamakanal rund 13.000
0 Schiffe Maßstab der Balken: 22.262 Schiffe entsprechen der vollen Breite

Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr geht vor allem auf die eingebrochenen Russland-Verkehre zurück. Für den Vergleich mit den anderen Kanälen spielt er keine Rolle — der Abstand bleibt groß.

Quelle: Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Verkehrszahlen Nord-Ostsee-Kanal, Jahresbilanz 2025 vom 19. Februar 2026. Vergleichswerte nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Nord-Ostsee-Kanal.

Besuchen

Die Schleusenanlage lässt sich ohne Anmeldung von der Aussichtsplattform aus beobachten. Wer mehr wissen will, geht mit auf eine Führung oder besucht das Kanalmuseum. Der Treffpunkt für alles liegt am Gustav-Meyer-Platz auf der Nordseite.

Praktisches

Kanalmuseum ATRIUM

Gustav-Meyer-Platz 2, 25541 Brunsbüttel — direkt neben der Tourist-Information, auf dem Gelände des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts. Der Eingang liegt am Pförtner Nord.

Bau, Betrieb und Bedeutung des Kanals auf Schautafeln, mit Schiffsmodellen, Landschafts- und Funktionsmodellen, historischen Exponaten und Filmen. Für Kinder gibt es eine Spielecke.

Eintritt frei. Saison von Mitte März bis Anfang November, täglich 12 bis 17 Uhr. Gruppen und Schulklassen melden sich vorab telefonisch an.

Telefon 04852 885 213 · mail@schleuseninfo.de

SchleusenInfoZentrum

Das Infozentrum auf der Nordseite zeigt den Bau der fünften Kammer auf Webcams, Modellen und Fotoserien. Es hat keine eigenen Öffnungszeiten und ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich.

Tourist-Information

Gustav-Meyer-Platz 2, 25541 Brunsbüttel. Hier gibt es Karten für die offenen Führungen und Auskunft zu allen Angeboten.

Hauptsaison von März bis Oktober montags bis freitags 10 bis 17 Uhr, im Juli und August zusätzlich Samstag und Sonntag 11 bis 15 Uhr. Telefon 04852 391 186

Was nichts kostet

Die Aussichtsplattform ist frei zugänglich, der Eintritt ins Museum ebenfalls. Auch die Kanalfähre zwischen Nord- und Südseite ist kostenfrei und fährt im Zehn-Minuten-Takt.

Anfahrt

Mit der Bahn

Vom Bahnhof Itzehoe mit der Linie 6600 in Richtung Brunsbüttel, werktags stündlich. Aussteigen an der Haltestelle „Brunsbüttel Kanalfähre Nord", von dort etwa 200 Meter über die Kreystraße zum Gustav-Meyer-Platz.

Mit dem Auto

Von Hamburg oder Itzehoe kommend die B5 nach Westen. Nach der Hochbrücke über den Kanal rechts einordnen, an der ersten Ausfahrt die B5 verlassen und rechts auf die K73 abbiegen. Parkplätze sind vorhanden.

Von der Südseite

Über die Kanalfähre, die zwischen Brunsbüttel-Nord und -Süd pendelt. Die Benutzung ist kostenfrei, am Fähranleger hält auch der Bus.

Quellen: Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Nord-Ostsee-Kanal und Wasserstraßen-Neubauamt Nord-Ostsee-Kanal zu Aussichtsplattform und Anfahrt; Volkshochschule Brunsbüttel e.V. und Schleuseninfo Brunsbüttel zu Führungen, Preisen und Barrierefreiheit; Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt und Stadt Brunsbüttel zu Museum und Tourist-Information.

Hochbrücken

Was den Kanal überspannt — zehn Brücken und zwei Tunnel.

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